Abenteuer Westaustralien

Abenteuer Westaustralien

Von Neuseeland kommend, mit einem kurzen Zwischenstopp in Sydney, sind wir im größten Territory von Australien angekommen - in Westaustralien (oder einfach nur WA, wie es  hier die Locals nennen).

Einige Reisende und Freunde fragten uns, warum wir uns ausgerechnet Westaustralien zum Reisen aussuchen - auf der Ostküste gäbe es doch viel mehr zu sehen, bessere Infrastruktur und mehr Leute. Doch genau aus diesen Gründen wollten wir den Westen dieses Kontinents erkunden: die Weite, die Natur, wenig Leute und so viel Abenteuer wie möglich ;)

Wenn man bedenkt wie riesig dieser Kontinent ist, verwundert es nicht, dass dort gleich mehrere Klimazonen herrschen und die besten Reisezeiten von Region zu Region variieren. Im Süden von WA, also südlich von Perth, kamen wir noch im "Winter" an mit viel Regen und kühlen Temperaturen, was aber die Schönheit der südlichen Region in keinster Weise beeinflusste. Je weiter wir in den Norden kamen, desto mehr kam uns die Trockenzeit zu Gute, denn gerade in dieser Zeit sind viele Offroad-Strecken befahrbar und diverse Flussüberquerungen erst möglich.

Eine der unzähligen Flussüberquerungen.

"Offroad-Strecken" - Das war wohl unser Stichwort zum Thema Westaustralien und so fiel unsere Entscheidung auf ein offroad-taugliches 4WD Gefährt. Sogar mit Dachzelt ausgestattet, war es perfekt für uns was Fortbewegung und Übernachtungsmöglichkeit anbelangt.

Wir wussten im Vorhinein, dass wir unseren Roadtrip in Perth starten und in Darwin, im Northern Territory, enden lassen wollten. Für diese Strecken hatten wir 6 Wochen eingeplant. Die Dauer, Route und was alles auf der Strecke liegen würde, ließen wir uns offen, um ein Maximum an Freiheit und Spontanität auszukosten.

So sahen unsere Abende aus: Sternenhimmel und Lagerfeuer - das ist Freiheit!

In Perh gelandet, besuchten wir erstmal für einige Tage Verwandtschaft aus Luxemburg, genossen die äußerst gastfreundliche Zeit und erkundeten Perth und seine Umgebung.

Dem Südwesten von WA statteten wir um die Region von Margareth River bis Albany einen einwöchigen Besuch ab, der von viel Regen geprägt war. Trotzdem erlebten wir ganz tolle Landschaften und lernten unser liebes Auto namens Ossi erstmals richtig kennen. Ja, er ließ uns an einem regen- und windgepeitschten Ort mit leerer Batterie im Stich (wobei die Schuld wohl doch eher an uns lag) und wartete oftmals Alarmanlage hupend und ungeduldig auf uns; wir hörten ihn schon von Weitem und suchten uns rasch den schnellsten Weg zu unserem heulenden Ossi ;)

Die freundlichsten Tierchen der Welt - Quokkas auf Rottnest Island.

Landschaften im Südwesten

Von den kraftvollen Wellen wortwörtlich überrollt.

Fischerlebnisse
Fischerlebnisse

Ja und dann hieß es, so schnell wie möglich "up north" zu kommen, um dem kalten Wetter im Süden zu entkommen und der warmen Sonne im Norden entgegenzufahren. In Perth statteten wir uns erstmal für die kommende Zeit, in Form von Zusatzkanistern an Diesel (in WA sollte man seine Strecken genauer berechnen, da es zum Teil hunderte von Kilometer keine Tankstelle gibt), Pumpe für die Reifen und Angelzeug für unsere hoffentlich selbst gefischten Fische, aus. Die deffekte Alarmanlage ließen wir schnell reparieren und schon düsten wir die Küste entlang Richtung Norden.

Während unserer gesamten Reise - also seit über 10 Monaten - fanden wir es immer wieder witzig, welche Vorurteile und Klischees wir einem Land zuteilten, bevor wir es das erste Mal besuchten und in welcher Form sich diese bewahrheiten oder auch nicht.

An was denken die meisten Menschen, wenn sie an Australien denken? Viele mit Sicherheit an Kängurus, Aborigines, das unendliche Outback, Haie und Hitze. Nun, die ersten Kängurus, die wir sahen, lagen leider überfahren und tot neben dem Straßenrand, was uns von nun an mahnte, bei Dämmerung und nachts nicht mehr zu fahren.

Doch abgesehen davon, hüpften sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt in der Früh und am Abend, vergnügt und in allen möglichen Größen um uns herum, blieben oft überrascht stehen um gleich darauf weiterzuhoppeln oder ließen sich von uns bei einigen Wanderungen überhaupt nicht stören.

Neugierige Kängurus

"Natural window" im Kalbarri Nationalpark.

Zebrastreifen
Ein Zebrastreifen auf dem unendlichen Highway? Hä?

Die Küste entlang bis nach Exmouth, boten sich bereits tolle und für uns so neue Landschaftsbilder. Nach allem, was wir auf dieser Reise schon gesehen hatten, faszinierte uns am meisten die unendliche Weite. Wir fuhren tatsächlich hunderte Kilometer auf denen absolut nichts, außer Busch und Weite, zu sehen war.
Und zwischen diesem "Nichts", kamen ohne jede Vorwarnung bizarre Landschaften und Küstenausblicke.

Der 1.500 Jahre alte "Boab Prison Tree" bei Derby wurde in den 1890ern als "Gefängnis" genutzt.

Walhai
Schnorcheln mit den Walhaien in Exmouth - gigantisch!

Im Bezug auf das Klischee "Haie überall" hatten wir uns vorgenommen, zumindest beim Schwimmen ein wenig aufzupassen. Was wir aber absolut nicht geplant hatten war mit dem größten Fisch der Welt, mit einem "Walhai", schwimmen zu gehen!

Karijini Nationalpark
Bizzarre Felsformationen im Karijini Nationalpark.

Von einem bestimmten Nationalpark hatten wir nun schon von einigen Mitreisenden am Lagerfeuer gehört, dem Karijini Nationalpark, der in der Pilbara Region etwas weiter im Landesinneren liegt. Diesen galt es für uns zu entdecken, was eine der besten Entscheidungen war, denn der Nationalpark haute uns wortwörtlich "aus den Latschen". Wir verbrachten dort einige Tage und erkundeten mit viel Abenteuerlust auf vielen Wanderungen die engen und tiefen Schluchten, um in eiskalten, natürlichen Pools zu plantschen und uns den Staub vom Leib zu waschen.

relaxen zwischendurch...

Sonnenuntergangsstimmungen haben einfach jeden Tag aufs Neue etwas Magisches!

Eine Sache gab es, von der wir schon im Vorhinein wussten, dass wir sie auf jeden Fall machen wollen. Die absolute Offroad-Strecke namens "Gibb River Road", die durch die unglaublich schöne Kimberly Region führt und eigentlich für den Viehtransport erschaffen wurde. Inzwischen ist die 660 km lange Strecke für 4WD Autos leicht zu befahren, zwar teilweise ziemlich zerbeult, aber das eigentliche Offroad-Erlebnis bekommt man auf den zahlreichen Abzweigungen, die zu spektakulären Schluchten und Höhlen sowie Wasserfällen führen. Wir nahmen uns für diese Strecke 10 Tage Zeit und fuhren statt der 660 km genau 1.688 km, wodurch wir bis ganz in den Norden über die Kalumburu Road zu den Mitchell Falls gelangten.

Entlang des Weges kamen wir immer wieder an Fahzeugwracks vorbei oder an hängengeblieben Autos, an denen noch fleißig herumgeschraubt wurde oder Reifen gewechselt wurden. Hier ist es üblich, stehen zu bleiben und seine Hilfe anzubieten. Wir hatten, nach einigem Probieren, schnell den für uns und Ossi perfekten Reifendruck für die zerbeulten und holprigen Straßen gefunden, und dann war es einfach nur mehr ein Genuss durch die Landschaft zu schaukeln.

Da hier Trinkwasser, Essen und Tankstellen rar sind, gilt es sich im Vorhinein gut auszustatten und zumindest etwas zu kalkulieren und sich einzulesen.

Die Gibb - es kann losgehen!

Die "Mitchell falls" im Norden von WA.

Lauerndes Krokodil bei Abendstimmung; im Hintergrund tobt ein Buschfeuer!

Cathedral Gorge - wie in einer anderen Welt.

"BungleBungle Range"
Die "BungleBungle Range" erscheint wie "geschmolzene, gestrichelte Pralinen".

Nach der Gibb und einer herrlich langen Dusche, fühlten wir uns so sauber, wie schon lange nicht mehr ;) Nachdem wir dem "Purnululu Nationalpark" mit seiner "BungleBungle Range" noch einen Besuch abstatteten, war es an der Zeit, ins Northern Territory zu wechseln und von Kilometer zu Kilometer wurde es nun heißer und schwüler.

Im "Kakadu Nationalpark" tauchten wir in die Welt der Aborigines ein und erfuhren viel über deren Felskunst, die vor so vielen Jahren mit verschiedensten Bedeutungen und an bestimmten, ausgewählten Plätzen zu speziellen Zeremonien in den Fels gemalt wurden.

Felsmalerei der Aborigines.

Litchfield Nationalpark
Gewagter Sprung ins Kühle Nass ;)

Im Litchfield Nationalpark merkten wir, dass die Stadt Darwin nicht mehr weit ist und als beliebtes Ausflugsziel für viele Städter gilt.
So suchten wir in dem Park nach ruhigeren Flecken, die wir im Süden definitiv auch fanden, aufgrund der holprigen Straßen, wo kein Reisebus hinkam und auch tiefe Flussüberquerungen zu meistern waren. Doch der Süden des Parks lohnt sich auf jeden Fall ;)

Traumhafte Wasserfälle und eiskalte Pools laden zum schwimmen und bestaunen ein!

Verwunschene Schluchten

Und dann war auf einmal schon das Ende unserer Australien Zeit in Sicht und wir genossen in Darwin noch einige Tage die Zivilisation, die tollen Märkte und das Ausklingen und Verarbeiten unserer Erlebnisse, während wir uns um die Weiterreise zu unserem nächsten Ziel kümmerten - Bali.

Alrighty, Australien wir haben uns nicht das Letzte Mal gesehen ;) G'day!!!

 

Text und Bilder: Aurelia (Reise-Expertin) & Pitt