Unsere Reise-Expertin Daniela hat die Insel Korfu persönlich für euch erkundet und ihre besten Tipps sowie schönsten Plätze gesammelt. Von versteckten Buchten bis hin zu beeindruckenden Aussichtspunkten – hier findet ihr alles für euren perfekten Urlaub auf der grünen Insel Griechenlands.
Vor der Nordwestküste Griechenlands liegt die Insel Korfu – grüner als sonst kaum eine andere Insel in Griechenland. Sie wirkt ursprünglich und beruhigend, gleichzeitig lebendig und herzlich einladend. Die Insel ist auch im Hochsommer noch grün, und die Temperaturen liegen im Juni bereits bei angenehmen 28 °C. Perfekt für Wanderlustige, Badeurlauberinnen oder eine Mischung aus beidem. Von anspruchsvollen Wanderungen bis hin zu leichten Spazierwegen findet man auf Korfu alles. Für Familien eignen sich Halbtagesausflüge oder kleine Bootstouren, um Abwechslung in den Badeurlaub zu bringen. Und wer einfach nur abschalten möchte, findet hier genauso seinen Platz.
Mein Favorit war Afionas, ein Ort, der sich nach wie vor märchenhaft anfühlt. Anfang Juni duften die Gassen nach wildem Thymian und blühendem Oleander. Zwischen weiß-blauen Häusern entsteht dieses unverkennbare „Mamma Mia“-Gefühl. Ich empfehle, die kleine Wanderung zum Porto Timoni Beach zu unternehmen, um dort im glasklaren Wasser baden zu gehen. Abends genießt man die untergehende Sonne direkt über dem Meer – ein richtiges Postkartenmotiv. Wer mit dem Auto anreist, muss Bargeld für den Parkplatz mitbringen, da die Tagesgebühr bei 8 € für 10 h Parkdauer liegt. Ich war hier einen ganzen Tag, um zuerst die Wanderung und anschließend eine Erkundungstour durch den Ort zu machen.
Weit über dem Meeresspiegel liegt das Achilleion – erbaut 1890 als Rückzugsort für Kaiserin Elisabeth aus Österreich. Das Schloss wirkt nicht prunkvoll wie die Hofburg in Wien, sondern eher romantisch. Zwischen Säulen und Marmorstatuen spürt man ihre Liebe zur griechischen Mythologie, vor allem zu Achilles. Von der Terrasse aus hat man einen traumhaften Blick über das Ionische Meer, der einen ganz automatisch dazu bringt, kurz innezuhalten und tief durchzuatmen. Ich habe das Achilleion an einem Vormittag besucht und ca. 3 h dort verbracht, inkl. Besuch im kleinen Restaurant direkt nebenan. Der Eintritt ist im Sommer von 08:00–20:00 Uhr, auch am Wochenende und an Feiertagen, möglich. Tickets bekommt man unkompliziert vor Ort und sie kosten 5–7 €.
Im Norden findet man Sidari, einen Badeort mit dem berühmten „Canal d’Amour“, welcher zwischen den farbigen Felsen liegt. Der Legende nach finden Paare, die hindurchschwimmen, ewige Liebe und ewiges Glück. Da das Wasser neben den Felsen besonders tief ist, kann man wunderbar von den rund drei Meter hohen Rändern ins Wasser springen. Direkt neben den Felsen erstreckt sich ein langer Sandstrand mit mietbaren Liegen gegen Konsumation. Einen Tagesausflug kann ich nur empfehlen! Im Norden liegt bei Peroulades einer der schönsten Sonnenuntergangs-Spots. Die weißen Steilklippen leuchten abends rosa – spektakulär und viel weniger besucht als viele andere Aussichtspunkte.
Korfu-Stadt wirkt wie eine Mischung aus venezianischen Bauten, französischer Eleganz, aber auch britischen Einflüssen. Viele kleine Boutiquen und Cafés in schattigen Gassen laden zum Bummeln und Verweilen ein. An der Küste liegt die Alte Festung, die man bis zum 25. Lebensjahr kostenlos betreten kann; danach fällt eine Erhaltungsgebühr von etwa 10 € an. Die Neue Festung wurde großteils im 2. Weltkrieg zerstört und später wieder einigermaßen aufgebaut. Heute ist sie liebevoll renoviert und beherbergt beeindruckende Foto-, Skulpturen- und Gemäldeausstellungen; zudem finden dort regelmäßig Konzerte statt.
Ein Mietauto ist mehr als nur ein Muss beim Erkunden der Insel. Ein kleines Auto ist hier von Vorteil, da die Parkplätze teilweise nur kleine Lücken bieten. Für 3 Tage bekommt man bereits ein Mietauto ab 143 €. Die Straßen im Landesinneren sind vergleichbar mit unseren Bergstraßen – etwas schmal und kurvig. Mir kam aber sehr selten ein anderes Auto entgegen. Wichtig ist auch, immer Bargeld dabeizuhaben. Viele Parkplätze nehmen nur Bargeld an!
In Korfu-Stadt lohnt es sich außerdem, die breiten Hauptgassen zu verlassen und die kleineren Cafés in den Seitengassen zu besuchen – hier bekommt man Kaffee und Kuchen oft zum halben Preis und erlebt das authentischere Flair.
Mein persönlicher Tipp zum Schluss: Am ersten Tag habe ich den Fehler gemacht, meine Badesachen nicht gleich einzupacken. In den kleinsten Orten gibt es die schönsten Strände, also am besten alle Badesachen ins Auto und losfahren.
Du musst unbedingt vor 10 Uhr in Afionas ankommen! Der Strand und die Gassen sind um 9 Uhr noch fast menschenleer, und die Wanderwege liegen noch im kühlen Schatten!
Text: Daniela Rauch, Reise-Expertin Reisebüro Idealtours Schwaz