25 Jahre Fliegen ab Innsbruck mit Idealtours

25 Jahre Fliegen ab Innsbruck mit Idealtours

Das lange Warten hat ein Ende – ab Ferienbeginn fliegen wir wieder! Nun steht dem langersehnten Urlaub nichts mehr im Wege. Doch es gibt noch einen Grund zum Feiern: Idealtours bringt Sie nun schon seit 25 Jahren direkt ab Innsbruck an Ihren ganz persönlichen Urlaubstraum. Ein besonderes Jubiläum – und das in einem sehr außergewöhnlichen, herausfordernden Jahr.  Zu diesem Anlass hat sich Markus Gasteiger, Abteilungsleiter der Charterabteilung von Idealtours, die Zeit genommen, um über das Fliegen zu sprechen.
 

Lieber Markus, du bist verantwortlich für die Entwicklung des Flugangebotes von Idealtours. Wir fliegen nun schon seit 25 Jahren direkt ab Innsbruck. Kannst du uns kurz schildern, wie alles begann?

Markus Gasteiger, Abteilungsleiter der Charterabteilung
Markus Gasteiger, Abteilungsleiter der Charterabteilung

Die Flugabteilung gibt es seit 1995. Ich selbst habe im September 1999 bei Idealtours angefangen und leite nun seit 2003 die Charterabteilung. Zu meinen Anfangszeiten hatten wir Kefalonia, Sardinien, Sizilien und Menorca im Programm; mit circa. 3.000 Personen im Jahr. Da Menorca sich damals nicht bewährte, wurde das Zielgebiet kurzzeitig eingestellt und erst später wieder ins Flugangebot mitaufgenommen. Damals flogen wir noch mit sehr kleinen Maschinen von der Tyrolean, mit 50 Sitzplätzen. Unsere Kunden schätzen seit jeher, dass gewisse Zielgebiete nur von uns direkt ab Innsbruck angeflogen werden und Ihnen die Anreise nach München erspart bleibt.

Im Laufe der Jahre wurden die Zielgebiete stetig erweitert. Anhand von welchen Kriterien triffst du die Entscheidung, welche neue Destination mit ins Programm aufgenommen wird?

Primär muss man schauen, wo die größte Nachfrage besteht. Dazu höre ich mich in meinem Umfeld oder auch in anderen Reisebüros um – da kristallisiert sich meistens schnell heraus, wohin der Markt tendiert bzw. was unsere Zielgruppe interessiert. Als Nischenanbieter mit besonderen Destinationen scheiden für uns Massenreiseziele grundsätzlich aus. Unsere Destinationen müssen zudem in etwa zwei Stunden ab Innsbruck erreichbar sein, da wir exklusiv mit der Fokker 100 von avantiair fliegen. Wir legen in erster Linie sehr großen Wert auf die Lage der Hotels, eine qualitative Zimmerausstattung sowie auf ein herzliches und freundliches Personal.

Gibt es schon Ideen für neue Zielgebiete?

Meine Ideen gehen in Richtung Griechenland. Das Zielgebiet ist nach wie vor am meisten gefragt und es gibt noch etliche Regionen, die einen Anflug definitiv wert wären. Hier möchte ich jedoch noch nicht allzu viel verraten. Eine weitere Überlegung wäre, eventuell auch im Winter Charterflüge einzuführen. Hier besteht allerdings die Herausforderung darin, das richtige Fluggerät zu finden, denn diese sind für den Flughafen Innsbruck stark limitiert. Durch die umliegenden Berge und den Föhn müssen in Innsbruck viel mehr Sicherheitsauflagen erfüllt werden als an anderen Flughäfen.

Flughafen Innsbruck

2018 wurde der Idealtours-Flieger ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Auf unseren Flieger sind wir nach wie vor ganz besonders stolz. Die Weihnachtszeit 2017 werde ich nie vergessen, denn eines Tages rief mich Herr Baumann, der Geschäftsführer von avantiair an und teilte mir mit, dass sie uns als Dank für eine erfolgreiche Kooperation den Flieger kostenlos mit dem Idealtours-Logo versehen würden. Wir freuten uns riesig. Das Telefonat bleibt für mich bis heute unvergesslich. Im Sommer ist der Flieger hauptsächlich für Idealtours „in den Lüften“  - im Winter fliegt das Flugzeug im Auftrag von Anvantiair vielleicht gerade über Norwegen – wer weiß.

Kam es seit 2018 einmal zu Komplikationen bzw. einer Flugpanne?

Bei einem Rückflug von Kalamata ereignete sich ein medizinischer Notfall. Eine Dame erlitt während des Fluges einen Herzinfarkt. Glücklicherweise war ein Arzt an Bord; die Dame ist heute wohlauf. Der Flieger musste jedoch in Split zwischenlanden und es kam zu Verspätungen. Ansonsten hatten wir nur einmal eine technische Komplikation, eine Klimaanlagenproblematik, die die Maschine circa fünf Stunden am Boden gehalten hat. Eine ernsthaftere Komplikation oder Panne hatten wir noch nie.

25 Jahre Idealtours – Gibt es ein prägendes Ereignis, das dir für immer in Erinnerung bleibt?

Schöne Erinnerungen habe ich viele, eines werde ich jedoch nie vergessen, und zwar unseren Fug nach Mali Lošinj an der nördlichen Adria. Der Flughafen war damals nur für Privatflugzeuge geöffnet. Unser Ziel war es, den Flughafen auch für den touristischen Betrieb zugänglich zu machen – damals und auch bis heute waren wir mit dieser Vision die einzigen. Der Flughafen wurde extra für uns reaktiviert und so bin ich gemeinsam mit Susanne Neuhauser, Geschäftsführerin von Idealtours, mit der Dash 3 von der Tyrolean hinunter geflogen. Welches Bild uns dort erwartete, habe ich bis heute genau vor Augen: Wir wurden mit Blasmusik, Pauken und Trompeten in Empfang genommen; auch zwei Feuerwehrautos standen parat. Der Flughafen wurde anschließend über den Sommer touristisch für uns geöffnet und unsere Kunden freuten sich sehr über die kurze Flugzeit von nur 40 Minuten. Leider konnten wir Mali Lošinj ein Jahr später nicht mehr anbieten, da die Dash3 von Tyrolean verkauft wurde und es keinen alternativen Flugzeugtyp gegeben hat.

Siehst du aufgrund der Corona-Krise eine große Veränderung in Bezug auf das Fliegen?

Ich glaube sehr wohl, dass die Krise eine Veränderung in diesem Bereich mit sich bringt. Früher war das Fliegen privilegierter und hatte einen viel höheren Stellenwert. Heute wird dieses „besondere Erlebnis“ durch das große Angebot an Billigflügen teilweise sehr zunichte gemacht. Das Fliegen hat sich vom Erlebnis- zum Transportmittel entwickelt. Daran ist nichts verwunderlich wenn man bedenkt, dass man um nur 10 € von Innsbruck nach Mallorca fliegen konnte und Fliegen teilweise günstiger ist als eine Bahnreise. Die Relation stimmt hier nicht und auch umwelttechnisch wäre hier sehr viel Luft nach oben wenn man diese Billigtickets per Gesetzeswege verbieten und faire Preise ansetzen würde. Ich könnte mir vorstellen und erhoffe es mir gleichzeitig, dass das Fliegen in Zukunft wieder mehr gewertet wird.

Wirst du auch heuer einen Sommerurlaub machen? Und wenn ja, wo?

Markus Gasteiger mit seiner Familie in Kefalonia

Mein absolutes Lieblingsurlaubsgebiet ist Kefalonia. Schöne Strände, atemberaubende Buchten und ein einzigartiges Flair – dort fehlt es einem an nichts. Mittlerweile kenne ich dort sehr viele Leute persönlich und es haben sich einige enge Freundschaften entwickelt. Auch in meinen privaten Urlauben habe immer ein Auge offen für neue Hotels. Auch heuer lass ich mich nicht abschrecken und werde gemeinsam mit meiner Familie nach Kefalonia reisen. Wir haben uns schon lange danach gesehnt. Und den heurigen Urlaub werden wir ganz besonders schätzen und genießen.

Wo siehts du Idealtours in 25 Jahren?

Um diese Frage zu beantworten bräuchte ich eine Kristallkugel (Markus lacht.). Ich sehe uns in 25 Jahren am Tiroler Markt weiterhin als führender Reiseveranstalter, dem großes Vertrauen entgegengesetzt wird. Vielleicht können wir bis dahin auch im Winter Flüge bzw. Ganzjahresflugreisen anbieten. Unser Leitbild, dass unsere Zielgebiete in etwa zwei Stunden Flugzeit erreichbar sind, mit unserm Kernmarkt im Umkreis von 100 Kilometer rund um Innsbruck, wird bestehen bleiben. Alles andere wäre reine Spekulation. Was wirklich passiert, steht in den Sternen. Jedoch sehe ich dem Weg der Firma, trotz Corona & Co., jedenfalls positiv entgegen.

Interview & Text: Katharina Krabacher