Nachhaltiges Reisen

Nachhaltiges Reisen

Umweltbewusstsein und Reisen – zwei Begriffe, die gar nicht so einfach miteinander vereinbar sind – oder etwa doch? „Kleine Schritte führen zum Ziel“ – beim umweltschonenden Urlauben kann man schon mit winzigen Veränderungen im Reiseverhalten Großes bewirken. Wie ihr euren Urlaub sowohl ohne schlechtes Gewissen als auch sehr viel nachhaltiger gestalten könnt, erfährt ihr in diesem Blogbeitrag.

Slow Travelling

Slow Travelling

Der Begriff Slow Travelling, zu Deutsch „langsamer Tourismus“, ist in aller Munde und definiert den bewussten Umgang mit Ressourcen im Urlaub: Langsames, bewusstes Reisen – der Gegenentwurf zu Massentourismus und Jetset-Lifestyle. Beim Slow Travelling geht es also nicht um das Abklappern von Sehenswürdigkeiten & Must Sees im Rekordtempo, sondern eher um das Sammeln von besonderen Momenten in der Natur, das Wertschätzen von kleinen Besonderheiten, den Austausch mit Einheimischen und ums Zeit nehmen für sich selbst und seine Liebsten. Slow Travel hat sich zu einem wahren Reisetrend entwickelt und kann ganz verschieden interpretiert werden.

Neben- statt Hauptsaison

Sofern es der Job erlaubt und Kinder nicht an Schulzeiten gebunden sind, sollte man die Chance nutzen, den Urlaub in der Nebensaison zu buchen. Ist nicht nur günstiger, sondern auch weitaus nachhaltiger! Fernab der Hauptsaison präsentiert sich das Urlaubsland von einer ganz neuen Seite. Anstelle von Verkehrsstau und Menschenherden  erwarten dich freie Straßen, einsame Strände und Buchten und bei den Sehenswürdigkeiten muss man sich nicht in die Schlange quetschen. Ein weiterer Vorteil: Viele Geschäfte und Restaurants sind geschlossen, und so ist man automatisch zur Entschleunigung gezwungen und kann sich voll und ganz auf das Wesentliche besinnen und zur Ruhe kommen.

Busreise statt Flugreise

„Der Weg ist das Ziel“ (Konfuzius)

Je langsamer die Fortbewegungsart, umso schonender für die Umwelt. Das wissen wir schon mal. Warum also nicht einmal anstelle der Flugreise eine Busreise unternehmen?

 „In der Bevölkerung sind Busreisen auf den ersten Blick nicht wirklich sexy, jedoch entpuppen sich bei genauerem Hinschauen viele Vorteile“, so Idealtours-Geschäftsführer Christof Neuhauser. Der Bus ist nicht nur das sicherste, sondern auch das umweltfreundlichste und wirtschaftlichste Verkehrsmittel, denn in einem durchschnittlich besetzten Bus verbraucht jeder Reisende auf 100 km nur ca. 1,4 Liter. Im Vergleich zu anderen Personenverkehrsmitteln verursacht ein Reisebus den geringsten Ausstoß an Treibhausgasen – gerechnet auf Gramm pro Personenkilometer. Im Vergleich zum PKW, Ausstoß 139 g pro Personenkilometer, stößt ein Reisebus 32 g pro Personenkilometer aus und ist so wesentlich klimafreundlicher. 

Doch eine Busreise bietet dir noch viele weitere Vorzüge:

  • Bequem & stressfrei: Einsteigen, zurücklehnen und entspannen. Genieße die vorbeiziehende Landschaft, schmökere in deiner Urlaubslektüre oder komm mit Mitreisenden in ein interessantes Gespräch. 
  • Alles aus einer Hand: In der Regel wird eine Busreise von einer Reiseleitern bzw. einem Reiseleiter begleitet, der sich um jegliche Anliegen kümmert und für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Man braucht sich also um nichts kümmern!
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Ist eine Flugreise oftmals kostspielig, so gibt es bereits sehr günstige Busreisen. Egal ob man den Bus nur als Verkehrsmittel zum Urlaubsort nutzt oder eine organisierte Rundreise unternimmt – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein wahrer Pluspunkt.
Long Stay statt Kurztrip

Long Stay statt Kurztrip

Na klar, nicht jedes Land lässt sich so einfach mit dem Bus bereisen. Wenn man sich dann doch für eine Flugreise entscheidet und zugleich klimafreundlich agieren möchte, sollte man mehr Zeit für den Aufenthalt einplanen. Statt mehrmals im Jahr einen Kurztrip zu unternehmen besser einen längeren Urlaub am Stück genießen. Das bedeutet nicht nur mehr Nachhaltigkeit, sondern auch mehr Erholung! Durch die gewonnene Zeit erleben wir den Urlaub intensiver und können viel besser zur Ruhe kommen. Wenn wir mit den Gedanken beim Koffer packen, der Heimreise und dem Montagsmeeting zuhause sind, geht Erholung automatisch flöten. Ein langer Urlaub rechtfertigt zudem eher den CO2-Fußabdruck, den man durch das Fliegen verursacht.

Reiseziele abseits des Massentourismus

Blicken wir über den Tellerrand hinaus!

Wer zusätzlich offen für Reiseziele abseits des Massentourismus ist, wird in den meisten Fällen positiv überrascht. Unser Kredo lautet nicht umsonst „Urlaub abseits der touristischen Trampelpfade“. Muss es immer das Trend-Reiseziel schlechthin sein? Lassen wir uns auf etwas Neues ein und entdecken wir versteckte Orte, die nicht schon millionenfach beäugt und fotografiert worden sind. Natürlich gilt: Je kürzer die Reisedistanz, desto größer sind die Chancen, die An- und Abreise nachhaltig zu gestalten. Auch in  Deutschland, der Schweiz und Co gibt es wunderschöne Reiseziele, die man vielleicht beim ersten Gedanken gar nicht auf dem Radar hat. Wie wäre es zB, „von den Gletschern zu den Palmen“ mit dem Bernina Express durch eine märchenhafte Landschaft am Como See zu rauschen?

Was wir sonst noch tun können: Etwaige Umweltsiegel wie zB die „Blaue Flagge“ beachten: Dieses Umweltsiegel ist eine Auszeichnung für die Nachhaltigkeit von Stränden. Jedes Jahr werden dort Kontrolluntersuchungen hinsichtlich Wasserqualität und Umweltmanagement durchgeführt. Wenn du die blaue Flagge an deinem Strand oder bei der Urlaubsrecherche siehst, ist das schon einmal ein gutes Zeichen für nachhaltigen Tourismus.

Zuhause

Wie zu Hause

Zweifellos steigt unser Umweltbewusstsein im Alltag, doch im Urlaub hat man das Bedürfnis, sorglos zu sein, die Seele baumeln zu lassen, an nichts zu denken und auf nichts verzichten zu müssen. Grünes Reisen muss jedoch nicht gleich einen Verzicht bzw. einen Mehraufwand bedeuten. Im  Alltag trennen wir verantwortungsbewusst den Müll, wählen die Bahn oder den Bus anstelle des Autos als Transportmittel zur Arbeit, nehmen öfter mal eine Dusche statt einem Bad und benutzen unsere Handtücher für mehrere Tage. Diese Dinge sind auch im Urlaub ganz leicht umzusetzbar.

Auch beim All Inclusive Urlaub sind die Augen manchmal größer als der Magen. Auch hier sollte man trotz großzügigem Buffet nicht mehr auf den Teller aufladen, als man dann auch essen kann. Kaufen wir nun noch in kleinen, lokalen Läden ein anstelle großer internationaler Ketten und lassen uns in einheimischen Restaurants von landestypischen Gerichten verzaubern, unterstützt man gleichzeitig die lokale Wirtschaft. So werden wir dem Motto „Think global, act local“ auch in der Ferne gerecht und haben dabei ein richtig gutes Gefühl!

Koffer

Kofferpacken soll gelernt sein

Jeder kennt es: Noch vor Abreise wird gepackt, bis der Koffer fast aus allen Nähten platzt, nach Hause kommt man mit einem ganzen Stapel unbenutzter Wäsche. Wenn du nur einpackst, was du wirklich brauchst, tust du auch der Umwelt einen Gefallen, denn je schwerer der Koffer, desto höher ist die ökologische Belastung von Flugzeug, Bus und allen anderen Transportmitteln, die man während der Reise nutzt. Meine Devise: Wenn du das Gefühl hast, zu wenig dabei zu haben, ist das genau ausreichend! Nicht nur die Umwelt wird dir danken, sondern auch dein Rücken, denn nichts ist im Urlaub anstrengender, als ein schweres Gepäcksstück durch die Gegend schleifen zu müssen.

Nicht nur auf die Menge, sondern auch auf den Inhalt kommt es an: Durch die Verwendung von festem Shampoo und Duschgel lassen sich Plastikverpackungen vermeiden. Zudem kann man mit einer wiederverwendbaren Trinkflasche, einem Jutebeutel zum Einkaufen und Shoppen sowie einer Brotbox aus Edelstahl für die Jause am Strand ganz viel Müll vermeiden! Deine Trinkflasche kannst du dir nach der Sicherheitskontrolle auffüllen oder dir von der Flugbegleiterin darin einschenken lassen – Plastikwasserflaschen im Duty Free Shop oder generell im Flughafenareal sind ohnehin sehr teuer!

Unser Tipp: Entscheide dich anstelle von Mückenspray in der Plastikflasche für Kokosöl. Das Öl hält die lästigen kleinen „Urlaubsvermieser“ fern und du kannst es zudem bei Wunden verwenden, denn Kokosöl wirkt entzündungshemmend.

There is no planet B

Wie du siehst muss nachhaltiges Reisen nicht gleichzeitig den Reisespaß  senken. Mit nur kleinen Dingen kann man seine Reise umweltbewusster, nachhaltiger und zugleich erlebnisreicher und flexibler gestalten. Fangen wir damit an. Und profitieren wir selbst davon. Denn wie Marie von Ebner-Eschenbach schon sagte „entscheidet was wir heute tun darüber, wie die Welt morgen aussieht“. Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, weniger einpacken und das Handtuch 2 x zu verwenden – das kann nicht so schwer sein, oder? 

Text: Katharina Krabacher, MA (Marketing iDEALTOURS)